Matratzenratgeber: Tipps für den Matratzenkauf

Matratzenratgeber: Tipps für den Matratzenkauf

Worauf man beim Matratzenkauf achten sollte

Neue Matratzen zu kaufen ist in Hannover und andernorts eine Herausforderung für Kunden und Verkäufer. Zumindest, wenn man das Thema ernsthaft angehen will oder muss, z.B. wegen Rückenproblemen. Die Versprechen sind groß, die Angebote und Preisunterschiede auch. Also was tun als Verbraucher? Worauf achten? Welche Werbebotschaft soll man glauben? Kaltschaummatratze, Taschenfederkernmatratze, ein Boxspringbett oder doch eine Viscoelastische Matratze?

Befolgen Sie unseren Leitfaden, der Ihnen unabhängig vom System oder Bettenfachgeschäft, in dem Sie als Kunde landen, beim Matratzenkauf hilfreiche Tipps gibt.

Rummel Matratze
Matratzenkernschnitt
Mädchen auf Matratze

 

Leitfaden Matratzenkauf

1. DIE eine Matratze

Es gibt nicht die eine Matratze oder das eine System, das für alle funktioniert. Jeder Mensch und Körper ist individuell, deswegen ist die Matratze vom Nachbarn nebenan nicht zwangsläufig auch die richtige für Sie. Das gilt ebenso für Internetprodukte, auf denen vermeintlich jeder schlafen kann. Wir Menschen sind zum Glück alle verschieden, deswegen gibt es auch so viele verschiedene Schuhe ?

2. Never change a running system

Wenn ein Schlafsystem bisher gut für funktioniert hat, z.B. Taschenfederkern oder Tempur, dann bleiben Sie dabei. Never change a running system. Mythos: Matratzen alle 6-8 Jahre austauschen, schon allein aus hygienischen Gründen. Blödsinn: Wenn Sie gut in Ihrem Bett schlafen, keine schweren Hausstauballergien oder Rückenbeschwerden haben, dann behalten Sie Ihr Schlafsystem. Erst wenn Sie morgens oder nachts Probleme bekommen, sollte man sich das Ganze mal ansehen. Aus hygienischen Gründen reicht es, wenn Sie Lattenrost und Matratze nach 12-15 Jahren austauschen, zumindest wenn Sie keine schweren Allergien haben oder die Produkte aus qualitätstechnischen Gründen vorher schon ihren Geist aufgegeben haben.

3. Teuer heißt nicht gut

Das Teuerste ist nicht das Beste. Gute Sachen kosten Geld, das ist überall so. Beratung nach Bedarf und nicht nach Umsatz sollte der Grundsatz sein. Je größer die Anforderungen, desto mehr Geld sollte man investieren. Bandscheibenvorfälle, breite Schultern und mehr Körpergewicht kosten einfach mehr Geld. Ein Rennfahrer kann mit einem Serienfahrzeug auch keinen Preis gewinnen.

4. Fragwürdige Sturzrabatte

Niemand hat etwas zu verschenken. Dennoch locken viele Geschäfte mit Sturzpreisen mit bis zu 50% Rabatt. Vorsicht, erstmal googeln! Die meisten Produkte dieser Art werden von vornherein mit einem Preis ausgezeichnet, den es nie gegeben hat. Sie finden diese Matratzen dann auch nur bei diesem Anbieter. Alles ab 10% Nachlass sollte man sehr kritisch betrachten.

5. Transparenz im Matratzengeschäft

Produkte im Matratzenbereich müssen transparent sein. Auch hier gilt: erstmal googeln und gegebenenfalls beim Hersteller nachfragen. Wenn Ihnen eine Matratze oder ein Schlafsystem angeboten wird, dass Sie nicht im Netz oder bei anderen Anbietern finden, dann stimmt oft etwas nicht. Die Matratze hat dann angeblich einen anderen Schaum, mehr oder andere Federn und einen speziellen Bezug. Alles vermeintlich Verbesserungen des Anbieters, die allerdings nur dazu dienen, Ihnen mehr Geld für ein kaum modifiziertes Originalprodukt abzuknöpfen.

6. Servicemöglichkeiten

Wenn Sie in ein Matratzenfachgeschäft gehen und dort kaufen, dann sollte der Händler für seine Beratungsleistung die Verantwortung übernehmen - Nachstellservice, Rückgaberecht, Kerntausch, etc. Denn es ist nie gewiss, dass diese Matratze in der Praxis funktioniert. Probeschlafen über das Wochenende reicht nicht, bis zu drei Wochen in Folie drauf schlafen geht ebenfalls nicht. Dass ein Möbelhaus oder eine Matratzenkette keine Matratzen zurücknimmt ist klar - weder Produkt noch Beratungsleistung geben das her. Machen Sie sich diesbezüglich also schlau und lassen sich alles schriftlich geben.

7. Ganzheitliche Betrachtung bei Rückenbeschwerden

Bei Rückenproblemen ist ein gutes Bett zwar sehr wichtig, heilt aber nicht Ihre Beschwerden. Rückenprobleme müssen ganzheitlich betrachtet werden: von der Diagnose, über die Therapie bis hin zur für Sie richtigen Bewegung und ggf. Funktionstraining. Bett und Arbeitsplatz spielen dabei eine große Rolle. Sie müssen aber auch selbst die Verantwortung für Ihre Probleme übernehmen und aktiv werden. Dabei brauchen Sie Hilfe und Unterstützung von den richtigen Leuten, eine Verbesserung Ihrer Beschwerden erreichen Sie nur durch Eigeninitiative. Und gute Berater - auch im Bettenfachhandel.

Ab jetzt sind Sie auf sich gestellt, wir wünschen Ihnen viel Glück und ein gutes Bauchgefühl bei allem, was Sie jetzt mithilfe unseres Matratzenratgebers unternehmen!

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